Wissenswertes - Cypripedium

Cypripedium calceolus im Garten

Cypripedium sind Frauenschuhe aus den gemäßigten Klima der Erde, die im Winter eine Ruheperiode durchmachen und im Frühjahr aus dem überwinterten Rhizom neue Blätter und Blüten bilden.

Cypripedium wachsen ursprüglich meist in lichten Wäldern, der Standort sollte deshalb halbschattig sein, damit die Pflanzen vor der heißen Mittagssonne geschützt sind, z.b. an der Nordseite eines Hauses oder unter hohen Bäumen. Cypripedium bevorzugen nicht zu trockene Standorte, wo Farne im Garten gut wachsen sind die Bedingungen für Frauenschuhe günstig. Winterschutz ist für Cypripedium nicht erforderlich, nur die chinesischen Cypripedium sollte man im Winter, mit einer Folie oder Glasscheibe gegen zuviel Regen abdecken. Minusfröste bis -20° machen ihnen nichts aus, nur die niederschlagsreichen Winter (zu feucht die Wurzeln könnten Abfaulen) bei uns vertragen sie nicht.

 

Durch Kreutzungen verschiedener Cypripedium sind viele Frauenschuhhybriden entstanden, die sehr robust und blühfähig sind, daher besonders für Anfänger geeignet. Die meisten Hybriden sind sehr wüchsig und bei weiten nicht so anspruchsvoll wie die Wildarten. 

Frauenschuhe im eigenen Garten zu kultivieren ist schon was besonderes, einmal eingewachsen erfreuen sie den Liebhaber über viele Jahre.  

 

Erdorchideen der gemäßigten Breiten sollte man stets in der Ruhezeit erwerben, Herbst oder Frühjahr, außer sie sind getopft. Seriöse Anbieter weisen auch darauf hin bzw. liefern auch nur dann.

Jahreszyklus vom heimischen Frauenschuh Cypripedium calceolus

Kultur - Cypripedium

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst oder Frühjahr wenn die Pflanzen eingezogen und sich im Ruhezustand befinden. Das Pflanzloch sollte mindestens 40 x 40 cm breit und ca 10 - 15 cm tief ausgehoben werden. Bei schweren Böden (Lehm) ist eine ca 6 cm starke Drainageschicht aus Bims, Kies oder gebrochenen Blähton gegen Staunässe einzubringen, bei sandigen Böden kann die Wasserspeicherung mit Seramis erhöht werden. Die oberen ca 10-15 cm sollen eine lockere krümelige Struktur haben, das einbringen von Torf oder Kompost ist ungeeignet. 

Cypripediumtrieb

Das Substrat wird kegelförmig in der mitte leicht erhöht angehäufelt, so das nach dem Pflanzvorgang die Triebspitze ca 1 cm unter der Erdoberfläche endet. Die Wurzeln werden schräg nach unten ausgebreitet (siehe Zeichnung). Danach wird das Pflanzloch mit dem restlichen Substrat aufgefüllt. Um das Austrocknen zu verzögern wird das Substrat mit Rindenmulch, Buchenlaub oder Nadelstreu abgedeckt. In trocknen Sommern Abends den Boden mit Wasser leicht überbrausen, stauende Nässe ist jedoch unbedingt zu vermeiden. 

Um ein geeignetes Kultursubstrat zu erhalten hat jeder Kultivar sein eigenes Rezept.

Ich nehme eine Mischung aus gebrochenen Blähton oder Bims, groben Sand, Rindenhumus, speziell aufbereitete Holzfasern und lehmhaltigen Mutterboden. Bei kalkhaltigen Cypripedium-Arten wird das Substrat noch aufgekalkt, durch Kalksplitt oder Dolomitkalk.

 

Sollten sie schon erfolgreich Orchideen kultivieren, dann bleiben Sie bei Ihrer Methode.

Düngen

Frauenschuhe reagieren sehr positiv auf schwache Düngungen während der Vegetationszeit mit 1/4 der normalen Konzentration eines üblichen Orchideendünger alle 14 Tage. Es können auch andere mineralische Dünger etwa Rosendünger oder Wuchsal mit geringer Salzbelastung verwendet werden.

 

Da die Cypripedium Starkzehrer sind und einen hohen Nährstoffbedarf haben, bin ich übergegangen die Pflanzen einmal im Jahr mit Langzeitdünger Osmocote exakt 3-4 M zu düngen. Im Frühjahr Anfang März-April zum Beginn des Wachstums wenn die ersten Triebe aus der Erde schauen werden die Dünger-Körner ausgestreut. Die Dünger-Körner sind von einer organischen Hülle umgeben, die eine tägliche Freisetzung der Nährstoffe garantiert. Die kontrollierte Abgabe der Nährstoffe soll ein gleichmäßiges Wachstum fördern.

 

Nach der Blüte bilden Frauenschuhe neue Wurzeln und dann im Sommer neue Triebe für das kommende Jahr. Je länger das Laub grün bleibt, umso stärker werden die Triebe für das nächste Jahr angelegt. Deshalb dürfen die Pflanzen im Sommer nicht austrocknen.