Bau meines kleinen Moores

Nach längeren kultivieren von Karnivoren in Töpfen und Mauerbottichen habe ich im Frühjahr 2008 entschlossen ein naturnahes Moor zubauen.

Nachdem ich einen Platz gefunden habe, wurde eine Grube von ca 45 cm Tiefe ausgehoben. Man sollte einen sonnigen Standort wählen, da alle Moorpflanzen Sonnenkinder sind. Der Randbereich wurde zur Umgebung ein wenig höher modelliert, damit keine fremden Nährstoffe von Außen reingeschwemmt werden. Zum Zaun hin ist der Randbereich an einer Stelle ein wenig abgesenkt das bei starken Regen überflüssiges Wasser ablaufen kann. Im vorderen Bereich habe ich eine Reihe Bruchstein- Sandstein genommen. Die Grube mit einer 1 mm dicken Teichfolie ausgekleidet, die Ränder dabei noch ca 15 cm überstehen lassen weil sich das ganze später beim einfüllen mit nassen Torf noch setzen kann. Bei steinigen Untergrund sollte man eine Lage Schutzflies, (gibt´s im Teichhandel) unter die Folie legen damit diese nicht beschädigt wird. Damit der Torfverbrauch gering gehalten wird, (auch aus Naturschutzgründen) habe ich die Mulde mit gereinigten 20 Liter Kanister ausgefüllt. Umgedrehte Eimer tun es auch, wichtig ist das die Gefäße von allen Seiten mit Löcher von ca 10 mm durchbohrt werden. Die Gefäße dienen als Wasserspeicher, bei Regen füllen sie sich mit Wasser und bei Trockenheit geben Sie Feuchtigkeit wieder ab wie ein Schwamm. In sehr heißen Sommermonaten braucht man nicht oder nur wenig Wasser nachführen. In der Mitte ist noch eine halbierte 200 Liter Tonne mit eingebaut, worauf eine Steinplatte kommt. Man sollte bedenken, das später jede Stelle im Moor bequem erreichbar ist für Bepflanzung und Pflege.  

Über die Kanister kommt eine Lage Weißtorf ca 15 - 20 cm, das reicht für die meisten Carnivoren, da sie Flachwurzler sind. Bei der Torfbeschaffung sollte man drauf achten das man wenig zersetzten Weißtorf bekommt, Schwarztorf (ist zu zersetzt) ist ungeeignet. Da trockener Torf schnell aufschwemmt muß er aufwändig gewässert werden, am besten in einer Wanne oder ähnliches. Beim einfüllen wird der nasse Torf zwischen den Wasserspeichern gut verdichtet, so das er das Wasser später durch seine Kapillarwirkung weiterleitet. Die Oberfläche modellieren mit Bulten und Schwenken wie in einem natürlichen Moor. In der Mitte wo die Kanister ausgespart wurden habe ich mit Torfziegel einen kleinen Kolk geformt.

Trotz voller Ungeduld sollte man noch ca 2 Wochen mit dem Bepflanzen warten damit sich der Weißtorf mit Wasser richtig vollsaugen kann. Wer Zeit hat läßt das Moor über den Herbst- Winter liegen, damit sich der Torf noch setzen kann, manchmal sackt das ganze noch etwas nach. Daher ist eine zu frühe Bepflanzung nicht zu empfehlen.

Jetzt ist es soweit die Bepflanzung!!

Um dem Moorbeet ein natürliches Aussehen zu verleihen, sollte neben Carnivoren auch auf eine vielseitige Begleitflora nicht verzichtet werden.

Neben verschiedenen Moororchideen, Sonnentauen, Venusfliegenfallen, Schlauchpflanzen und Fettkräutern haben noch viele andere Moorpflanzen ein neues Zuhause gefunden. Im Wasser des Kolks wächst der Wasserschlauch, auch Frösche sind nach wenigen Wochen eingewandert und fühlen sich dort wohl.

 

Unter Pflanzenliste sind alle Pflanzen aufgelistet die ich kultiviere und teilweise abzugeben habe.

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Das Niedermoor

Mann kann auch ein Teil des Moores als Niedermoor anlegen, dabei wird Weißtorf mit Kalksplitt und Sand gemischt.

Mischungsverhältnis = 6 : 2 : 2 Teile 

 

Pflanzen die im Niedermoor ihren Lebensraum finden sind die vielen heimischen Knabenkraut-Orchideen(Dactylorhiza u. Orchis Arten), Epipactis palustris+gigantea+Sabine, Mehlprimel, Sumpfgladiole, Schachbrettblume um nur einige zu nennen.

Manche Pflanzen kann man jährlich noch mit Dolomitkalk aufkalken. Im Gegensatz zu Hochmoorpflanzen die keine zusätzlichen Nährstoffe brauchen, sind Niedermoorpflanzen von Art zu Art auf eine Düngung angewiesen. Jeder Dünger im Handel der wenig Stickstoffanteile (N) enthält und die Hauptbestandteile im Kali (K) und Phosphorbereich (P) liegen ist geeignet. Man kann da z.b. Orchideendünger nehmen, Mischung 1/4 der angegebenen Konzentration.

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Beispiele wie man ein kleines Moor anlegen kann.

 

 

Das Mini - Moor

Es muß ja nicht sofort ein großes Moorbeet sein, man kann ja auch mit einem kleinen Mörtelkübel (Baumarkt) anfangen. Einfach größere Plastikblumentöpfe, Kanister oder Eimer als verdeckte Wasserspeicher im Mörtelkübel plazieren (Löcher reinbohren nicht vergessen) , da man sich nicht darauf verlassen kann das das Moor ausschließlich durch Niederschlagswasser gespeist wird. Als Überlauf bei zu viel Regen im oberen Rand ( ca 10 cm von oben)ein Loch reinschneiden. Dabei ist darauf zu achten, das der Wasserstand in den Moor nicht höher als ca 5 - 10 cm unterhalb der Pflanzoberfläche gehalten wird, außer bei einigen heimischen Droseras und Pinguicula grandiflora die können Zeitweise im Jahr im Wasser stehen. Ein Plastikrohr zur Wasserstandskontrole, und das ganze mit durchfeuchteten Weißtorf auffüllen. Und fertig ist das Mini-Moor, man kann das ganze noch in der Erde einsenken und den Rand verkleiden. Bei der Bepflanzung die größeren Pflanzen im hinteren Bereich, die kleinen Sonnentaue und Venusfliegenfallen vorne. Gegossen werden sollte möglichst nur mit Regenwasser oder destilierten Wasser, Leitungswasser enthält meistens zuviel Kalk. Einige empfindliche Arten reagieren darauf mit schlechten Wachstum. Ich denke man kann auch ohne große Unsummen auszugeben ein solches Mini-Moor realisieren, ein wenig Geschick und Arbeitsaufwand sind oft ausreichend.

Die Grafik zeigt einen Schnitt durch den fertigen Pflanzkübel

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Noch einige Informationen zum Bepflanzen von Gefäßen mit winterharten Karnivoren.

 

Um jahrelang Freude am Minimoor zu haben sollte man einiges Bedenken. Da im Winter bei Frost der Eisdruck auf dem Gefäß einwirkt und sich das Volumen vergrößert kann schon mal das eine oder andere Gefäß platzen.

Schwarze Mörtelkästen (rund oder rechteckig) aus dem Baumarkt aus weichen Kunstoff würden noch gehen da sie auch bei Frost noch dehnfähig sind. Im Garten sollte man die Gefäße teilweise eingraben und den restlichen Rand mit Steinen oder Holz verkleiden.

Mittlerweise werden in Gartencentern auch Kunststoffgefäße, halbierte Weinfässer oder Zinkwannen angeboten. Alles sieht sehr stabil aus, der Eisdruck im Winter kann aber diese Gefäße schädigen und zum platzen bringen.

Um diesen entgegen zu wirken kleidet man die Ränder der Gefäße mit ca 2cm dicken Styropor von innen aus, mit doppelseitigen Klebeband fixiert. Danach wird das ganze mit Teichfolie ausgekleidet, den Rand erst überstehen lassen bis sich das Substrat gesetzt hat und alles bepflanzt ist. Danach die restliche Folie abschneiden, bei warmen Wetter ist die Folie natürlich weicher und besser zu bearbeiten.  

Als nächstes werden Wasserspeicher in Form von umgedrehte Plastiktöpfe, Eimer oder Kanister (mit Löchern von allen Seiten) eingesetzt. Je mehr umso länger reicht das Wasser bei niederschlagsarmen Sommern. Als Wasserstandskontrolle und zum nachfüllen kann ein Plastikrohr von ca 4cm Durchmesser senkrecht eingesetzt werden.

 

Als Torfschicht reicht bei den meisten Pflanzen eine Höhe von ca 10cm aus.

 

Es kann sein das die Drosera-Hibernakel und Fettkräuter im Winter ohne Schnee erfrieren und im Frühjahr nicht mehr austreiben. Bei Starkfrost werden die Pflanzen aus dem Boden gedrückt und vertrocknen wenn keine Schneedecke alles abdeckt. Abhilfe schafft man im Herbst wenn alle Drosera +Pinguicula mit Wasser geflutet werden, können dann bei Frost nicht mehr austrocknen. Dazu müssen die Drosera an der tiefsten Stelle gepflanzt werden.

 

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Ein Birkenstamm mit Sphagnum bepflanzt.

Dieses Beispiel ist ganz leicht gemacht, mehrere halbverrottene Birkenstämme mit Draht zusammengebunden und mit Sphagnum beimpft, so das ein Teil vom Sphagnum bis zum Wasser reicht (Dochteffekt). Ich habe das ganze nur mit Drosera rotundifolia, Moorlilie und Pogonia im Sommer 2017 bepflanzt. Mal sehen wie es sich die nächsten Jahre entwickelt.

Das ganze liegt bei mir in einer Flachwasserzone von ca 3 cm Wasserhöhe.

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Bepflanzte Schalen oder Töpfe

Noch eine Nummer kleiner, ist eine bepflanzte Schale oder Topf. Auch hier nimmt man kleine Blumentöpfe, schneidet an den Ecken kleine Löcher hinein und stellt sie mit der Öffnung nach unten auf den Boden der Schale. Auf die umgedrehten Töpfe und dazwischen wird eine ca 10 cm starke Schicht aus Weißtorf, ggf. mit Perlite vermischt aufgefüllt.

Die Bepflanzung sollte mit kleinbleibenden Pflanzen wie Sonnentau, Venusfliegenfallen, Fettkrauter, Sarracenien, Moororchideen usw. erfolgen. 

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Pflegearbeiten im Moor

 

Der Herbst ist die beste Zeit um Gehölze zurück zuschneiden. Bei verschiedenen Sorten etwa Sumpfporst, Kalmia, Gagel oder Rhodendron-Arten verkahlen die Äste im Laufe der Jahre, oder nehmen kleineren Pflanzen das Licht weg.

Der Gagel kann ab ca alle 4 Jahre auf Stock gesetzt, also bis auf dem Boden zurückgeschnitten werden. Einmal ausgetrieben, verströmt er bei voller Sonneneinstrahlung seinen aromatischen Duft. Man kann auch die Blätter zerreiben und den frischen Duft riechen.

Ebenso der Sumpfporst wenn er zu lang wird, die neuen Triebe werden dann üppiger und kräftiger.

Die Kalmia und Andromedia-Arten kann man nach einigen Jahren auf halber Höhe einkürzen.

 

Bei den Sarracenien werden im Herbst die Schläuche bis auf dem Boden abgeschnitten. Die Schläuche sind dann mit Insekten voll und fangen an zu faulen. Außer bei einigen niederliegenden Arten wie Sarr. purpurea ssp. venosa, wo es genügt die abgestorbenen Schläuche zu entfernen. Diese Pflanze bleibt auch im Herbst-Winter ansprechend schön.

Sollten die Sarracenia-Horste zu groß werden, ist der beste Zeitpunkt zum Teilen im Frühjahr.